Schülerproteste in Frankreich eskalieren
Die Proteste gegen Missstände an Frankreichs Schulen nehmen kein Ende. Seit Ende September wurden über 6000 Menschen festgenommen, Hunderte Schüler und Polizisten verletzt. Am Dienstag gingen Hunderttausende Menschen auf die Strassen.
Die Schülerproteste in Frankreich haben am Dienstag einen neuen Höhepunkt erreicht. Laut Innenministerium beteiligten sich 266000 Menschen an Demos, allein 56000 in Paris.
Die Protestierenden fordern bessere Lernbedingungen an Schulen, mehr Geld im Schulsystem und eine Lösung für den Lehrermangel. Khalil und Esperanza, zwei Schüler aus Massy südlich von Paris, sind entschlossen, aber bisher friedlich.
Der Pariser Polizeipräfekt Patrice Faure berichtete von 14 Verletzten in Paris. Ein Demonstrant stürzte nach Angaben der Polizei aus fünf Metern Höhe von einer Statue auf dem Place de la République in Paris.
Die Gewerkschaft der Schüler (USL) und die Studentenvereinigung riefen am Dienstagabend bereits zu neuen Demonstrationszügen am Donnerstag im Rahmen eines «Akt 4» auf.
Der französische Premierminister Sébastien Lecornu kündigte an, dass der Unterricht auch bis zum Ende der Woche ausgesetzt werde. Nach den zuvor gewaltsamen Ausschreitungen begrüßte Lecornu die Demonstrationen nun als «Phase der internen Demokratie».
Politologe Gilbert Casasus ordnet die französische Protestkultur und die zunehmende Gewalt ein. «Man darf nie vergessen, dass Frankreich das Land der Französischen Revolution ist», so der Politologe.
Die Unruhen wegen Lehrermangel und maroder Schulen in Frankreich eskalieren. Vielfach ist unklar, ob es überhaupt noch Schüler sind, die Feuer legen.
Ryad Rani, ein 18-jähriger Aktivist mit Verbindung zu La France insoumise, ist zum Gesicht der Bewegung geworden.
Wichtige Fakten
- Seit Ende September wurden über 6000 Menschen festgenommen
- Hunderte Schüler und Polizisten verletzt
- 266000 Menschen beteiligten sich am Dienstag an Demos
- 56000 Menschen demonstrierten in Paris
Drei Perspektiven
Neutral
Die Proteste in Frankreich sind ein Ausdruck demokratischen Verhaltens. Die Schülerinnen und Schüler bringen sich auf diese Weise in die Politik ein. Die Situation ist jedoch auch von Gewalt geprägt.
Positiv
Die Schülerproteste in Frankreich zeigen, dass die jungen Menschen eine gewisse politische Mündigkeit vorweisen. Sie fordern bessere Lernbedingungen an Schulen und eine Lösung für den Lehrermangel.
Negativ
Die Unruhen wegen Lehrermangel und maroder Schulen in Frankreich eskalieren. Die Gewalt nimmt zu, und es ist unklar, ob es überhaupt noch Schüler sind, die Feuer legen.
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