EU will China-Handel einschränken
Deutschland und Frankreich drängen auf einen Mechanismus, der es der EU ermöglicht, chinesische Unternehmen im Eilverfahren vom Binnenmarkt auszuschließen. Dies soll die EU in Handelsstreitigkeiten mit China stärken.

Deutschland und Frankreich wollen die EU mit neuen Kompetenzen ausstatten, um sich im Handelsstreit mit China zu behaupten. Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Emmanuel Macron fordern einen Eilmechanismus, der Handelssanktionen innerhalb weniger Tage ermöglicht.
Der neue Ansatz könnte die EU schneller auf chinesische Erpressungsversuche reagieren lassen. Die EU sieht sich durch wachsende Handelsdefizite und Abhängigkeiten von Seltenen Erden bedroht.
Das Handelsdefizit der EU mit China lag 2024 bei 312 Milliarden Euro und stieg 2025 auf 360 Milliarden Euro. Deutschland und Frankreich wollen die EU schlagkräftiger gegen China machen, um ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit zu bewahren.
Der vorgeschlagene Mechanismus ändert das Verfahren grundlegend. Künftig sollen Kommissionsentscheidungen über Sanktionen nur noch mit qualifizierter Mehrheit blockiert werden können. Dies verkürzt den Prozess erheblich und ermöglicht es der EU, schneller auf chinesische Handelspraktiken zu reagieren.
Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, sagt, dass die bestehenden Handelsschutzinstrumente nicht ausreichen, um die Wettbewerbsverzerrungen chinesischer Anbieter wirksam auszugleichen. Das deutsch-französische Papier setzt ein wichtiges Signal für fairen Handel.
Die Deutsche Handelskammer in China hofft auf den Dialog zwischen der EU und China. Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Kammer, erklärt, dass China in den Dialogen neben bestehenden Herausforderungen auch als Partner berücksichtigt werden sollte.
Die EU soll ihre Maßnahmen auf die Probleme einzelner Branchen zuschneiden. Die Kammer plädiert für EU-Initiativen, die Nutzen und Risiken abwägen und auf gezielte, sektorspezifische Instrumente setzen, anstatt pauschale Zölle oder allgemeine Vorgaben zu erlassen.
Key facts
- Deutschland und Frankreich fordern einen Eilmechanismus für Handelssanktionen gegen China.
- Das Handelsdefizit der EU mit China lag 2024 bei 312 Milliarden Euro und stieg 2025 auf 360 Milliarden Euro.
- Der vorgeschlagene Mechanismus ermöglicht es der EU, chinesische Unternehmen im Eilverfahren vom Binnenmarkt auszuschließen.
- Die EU will ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit von China bewahren und fairen Handel fördern.
Three perspectives
Neutral
Die EU will ihre Handelsbeziehungen mit China neu ordnen und sich gegen chinesische Erpressungsversuche wehren. Es bleibt abzuwarten, wie China auf diese Maßnahmen reagiert und ob der Dialog zwischen der EU und China fortgesetzt wird.
Positive
Der neue Mechanismus kann die EU in Handelsstreitigkeiten mit China stärken und fairen Handel fördern. Dies kann zu einer Stärkung der europäischen Wirtschaft und einer Verbesserung der Handelsbeziehungen mit China führen.
Negative
Die Maßnahmen der EU können zu einer Verschlechterung der Handelsbeziehungen mit China führen und die europäische Wirtschaft negativ beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, ob der Eilmechanismus tatsächlich die gewünschten Ergebnisse bringt.
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